Erbschaftsteuerrecht national und international


Die Erbschaftssteuer fällt an, wenn Vermögen im Wege der Erbfolge von einer natürlichen Person auf den oder die Erben übertragen wird. In Deutschland und vielen anderen Ländern wird im Wege der gleichlaufenden Schenkungssteuer die Besteuerung unentgeltlicher Zuwendungen unter Lebenden besteuert.

Nachlasssteuer oder Erbanfallsteuer

Im angelsächsischem Raum ist eine sogenannte Nachlasssteuer üblich. Danach wird unabhängig von den persönlichen Verhältnissen der Erben der Nachlass als solcher besteuert. In Ländern wie z.B. Deutschland wird hingegen eine sogenannte Erbanfallsteuer erhoben. Dabei wird der Erwerb beim Erben besteuert, sodass auch dessen persönliche Verhältnisse, z.B. Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser Berücksichtigt finden. Außerhalb dieser beiden Möglichkeiten zur Regelung des Erbschaftssteuersystems gibt es Länder, bei denen überhaupt keine Erbschaftssteuer anfällt (z.B. Österreich).

Territorialprinzip oder Universalprinzip

Darüber hinaus werden erbschaftssteuerrechtliche Systematiken auch danach unterschieden, ob das Territorialprinzip oder das Universalprinzip Anwendung findet. Bei Anwendung des Territorialprinzips sind all diejenigen Vermögensgegenstände des Nachlasses von der Besteuerung betroffen, die auf dem Gebiet des die Steuer erhebenden Staates liegen oder ihm sonst zugerechnet werden. Das Universalprinzip (Weltprinzip) hingegen sieht eine Besteuerung aller Steuerpflichtigen eines Staates mit ihrem Welteinkommen vor; es wird also jegliches Vermögen betroffen unabhängig von seiner Belegenheit. In Deutschland beispielsweise liegt ein Mischsystem – wie in vielen anderen Ländern auch – vor. Danach wird jegliches in Deutschland belegene Vermögen im Erbfall territorial besteuert. Gleichwohl werden alle Personen, die nicht nur vorübergehend in Deutschland ansässig sind, nach dem Universalprinzip erbschaftssteuerrechtlich besteuert.

Das internationale Erbschaftssteuerrecht als Regelungskomplex

Bei der erbschaftssteuerrechtlichen Planung und Bewertung mit Auslandsberührung sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, nämlich die jeweiligen erbschaftssteuerlichen Systeme in den betroffenen Ländern, aber auch deren Wechselwirkung untereinander. Diese Wechselwirkung kann entweder bei separater Betrachtung einfachgesetzlicher Regelungen ergeben oder aber durch sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen, d.h. Vereinbarungen, welche zwei Staaten explizit für den Fall getroffen haben, dass in gewissen Fällen beide Staaten Steuern auf einen Vorgang erheben.

Das Erbschaftssteuerrecht ist häufig die zentrale Gestaltungsmotivation bei der Erstellung letztwilliger Verfügungen. Als Notar in Münster und international als Rechtsanwälte beraten wir Sie gerne bei Fragen des internationalen Erbschaftssteuerrechts, insbesondere des europäischen Erbschaftssteuerrechts.

Im Fokus stehen dabei vor allem folgende Fragen:

  • Welche Freibeträge stehen Kindern, Ehegatten und anderen Personen bei Erbschaften und Schenkungen zur Verfügung?
  • Wie wirken sich Erbeinsetzungen, ausgesetzte Vermächtnisse und Teilungsanordnungen erbschaftssteuerrechtlich aus?
  • Wie kann eine steueroptimierte Nachfolgeplanung bei Unternehmen gewährleistet werden?
  • Welche Auswirkungen haben Doppelbesteuerungsabkommen auf internationale Erbfälle?
  • Kann eine im Ausland zu zahlende Erbschaftssteuer in Deutschland angerechnet werden oder umgekehrt?

Ihr Ansprechpartner: Alexander Ruscher


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