Handelsrecht


Handelsrecht ist ein Sonderrecht für Kaufleute und Unternehmen, die wirtschaftlich tätig sind. Auch das Handelsregisterrecht, das Recht der Firma und der Handelsbücher finden ihre Regelung im Handelsgesetzbuch (HGB).

Anwendungsbereich des Handelsrechts

Ob Handelsrecht Anwendung findet, richtet sich in erster Linie nach den beteiligten Rechtssubjekten. Anknüpfungspunkt ist daher die Person des Kaufmanns, der ein Handelsgewerbe betreibt, und nicht das von ihm betriebene Geschäft.

Das Handelsrecht als Sonderrecht des BGB

In vielerlei Hinsicht bildet das HGB ein Sonderrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Das heißt, dass das HGB Vorschriften des BGB ergänzt oder modifiziert oder auch Ausnahmetatbestände schafft. Darüber hinaus sind spezielle Vertragstypen im HGB geregelt, wie z.B. Handelsvertretervertrag, der Fracht- und Speditionsvertrag. Eine Ergänzung der Regelungen des BGB zeigt das HGB beispielsweise bei den Vorschriften über spezielle Vollmachten wie Prokura.

Sinn und Zweck des Handelsrechts

Das HGB ist auf die Bedürfnisse von Kaufleuten zugeschnitten. Kaufleute verfügen in der Regel über Geschäftserfahrung und sind eigenverantwortliches rechtliches Handeln gewohnt. Sie sind also weniger schutzwürdig im Rechtsverkehr, sondern haben vielmehr ein Interesse an zügiger und rechtssicherer Abwicklung von Geschäften (Senkung sogenannter Transaktionskosten). Deshalb gibt es typisierte Vertretungsregelungen (z.B. Prokura oder die Ermächtigung des Ladenangestellten zu Verkäufen und Empfangnahmen), die Bezugnahme auf Handelsbräuche (§ 346 HGB) und kurze Fristen (z.B. im Rahmen der Rügeobliegenheit nach § 377 HGB).

Durch die Publizitätsfunktion des Handelsregister wird dem Rechtsverkehr ein Informationsstandard zur Verfügung gestellt, der Risiken reduziert und auch eine sogenannte Rechtsscheinhaftung des Kaufmanns begründet (der Kaufmann muss sich z.B. daran festhalten lassen, was er im Handelsregister veröffentlicht).

Die handelsrechtliche Beratung durch einen Rechtsanwalt

Das Handelsrecht stellt besondere Anforderungen an einen Rechtsanwalt. Einerseits ist vielfach schnelles Handeln gefragt, sodass ein erfahrener Rechtsanwalt in dieser Materie erhebliche Vorteile mit sich bringt. Außerdem unterscheidet sich das Handelsgesetzbuch in vielen Punkten entscheidend vom allgemeinen Zivilrecht mit der Folge, dass eine besondere Kenntnis dieses Rechts auch deshalb wichtig ist, um sachgerecht beraten oder sogar außergerichtlich oder gerichtlich im Sinne des Mandanten vorgehen zu können.

Im folgenden beispielhafte Fragen des Handelsrechts:

  • Wer ist Kaufmann? Für wen gilt Handelsrecht (und das HGB)?
  • Worauf muss ich als Kaufmann besonders achten?
  • Welche Arten von Gewerbetreibenden gibt es und wann ist ein Gewerbetreibender Kaufmann im Sinne des HGB?
  • Welche Formen der Vollmacht und Vertretungsmacht kennt das HGB?
  • Was ist ein Handelsvertreter und was darf er?
  • Was versteht man unter der Rügeobliegenheit und was passiert, wenn ein Kaufmann ihr nicht nachkommt?

Ihr Ansprechpartner: Alexander Ruscher


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